Wufflitzer-Geschichten

Mein schönstes Erlebnis(von Gisela Henß)
Bingos schönster Tag (von Manfred Bär)
Bernd und Daja (von Niklas Böhm)




Mein schönstes Erlebnis (von Gisela Henß)

Mein Name ist Lando vom Einödhof. Ich bin ein 3jähriger Rauhaardackel und wohne mit meinem Frauchen in Hamburg.
Als ich gerade einmal 3 Monate alt war, wurde ich mit meinen Geschwistern in einem Welpentierheim abgegeben. Dort war es eigentlich sehr lustig, denn wir konnten wunderbar toben und ich durfte den anderen Hunden manchmal in die Ohren zwicken. Abends jedoch wenn es dUl1kel wurde bekam ich Heimweh nach meiner Mama an die ich mich kuscheln konnte wenn ich traurig war. Eines Tages kam eine kleine Frau zu uns auf die Spielwiese. Sie hat mir sehr gut gefallen und ich ihr sicherlich auch, denn nur kurze Zeit später saß ich bei ihr im Auto und wir fuhren auf einer Landstraße nach Hamburg. Mit meinem Frauchen habe ich einen Glückstreffer gelandet. Wir beide verstehen uns prächtig. Menschen würden sagen, es war Liebe auf den ersten Blick.

Doch nun möchte ich von meinem schönsten Tag berichten.

Es ist ein wunderschöner Sonntagmorgen, mein Frauchen hat allerbeste Laune und verspeist genüsslich ihr Frühstück. Ich habe es mir an ihren Füßen bequem gemacht und kaue an meinem, schon recht geschrumpften Spielzeugknochen. Während sie in die Tageszeitung vertieft ist, stößt sie wohl auf einen besonders interessanten Artikel. Sie springt freudestrahlend hoch und verkündet:" wir machen einen Ausflug, Lando das wird eine Gaudi." Na, da bin ich mir noch nicht so sicher. Was für Frauchen schön ist, muss nicht unbedingt auch für mich wunderbar sein.
Skeptisch ziehe ich erst mal meine Dackelstirn kraus und marschiere hinter ihr her.
Warum holt sie eigentlich meine Geburtsunterlagen aus der Schublade, will sie mich etwa verkaufen?
Wir fahren eine kurze Strecke mit dem Wagen und dann sind wir auch schon am Ziel.
Mein Schwänzchen steht nicht mehr still. Ich habe 1000 Hundemädchengerüche in der Nase und hechelnd ziehe ich mein Frauchen erbarmungslos hinter mir her. Das ist ja zum In-die-Höhe-springen.
Vor mir sehe ich auf einer großen Wiese unzählige Dackel wuselig umherrennen. Ich bin so aufgeregt dass ich ständig die Richtung wechsele und mein Frauchen alle Mühe hat mich nicht in dem Getümmel zu verlieren. Ich möchte am liebsten gleichzeitig mit allen meinen Hundekameraden ins Gespräch kommen. Frauchen zieht mich jetzt kategorisch weg und wir reihen uns in eine Warteschlange ein. Bekommen schließlich ein Formular ausgehändigt, welches Frauchen ausfüllen muss.
Wir wären nicht in Deutschland wenn nicht auch bei einer Dackelschau gnadenloser Bürokratismus herrschen würde.
Geduldig füllt Frauchen ihre Papiere aus und gibt sie an der Anmeldestelle ab. Begriffen habe ich eigentlich nicht warum wir hier sind. Macht auch nichts. Es gibt im Moment sowieso nichts Wichtigeres als die vielen Dackelmädchen. Jetzt werden wir aufgerufen. Wir gehen zu einem Dackelrichter, oder wie der heißt, und ich werde begutachtet.
Die Maße stimmen, mein Blick ist klar, das Gewicht hervorragend, aber, und jetzt schüttelt er ein wenig seinen Kopf "sein Fell ist ziemlich wuschelig und zerzaust, mit anderen Worten, haarsträubend'" Ich muss anmerken das der Begutachter vom deutschen Teckelverband kein einziges Haar auf seinem Haupt trägt.
..Er ist halt ein junger Wilder, erklärt ihm Frauchen, hatten sie vielleicht nicht auch in jungen Jahren einen ungebändigten Haarschopf ?" Damit hat sich die Frage erledigt und ich bekomme bezüglich des Aussehens eine glatte Eins. Wir stürzen uns erneut in das Hundegetümmel und warten auf die nächste Disziplin. Dackelwettrennen!
Frauchen kniet vor mir und erklärt mir die Spielregeln. Ich verstehe sofort was nun von mir erwartet wird. Auß~rdem stehen wir schon wieder in einer langen Schlange und ich habe genügend Zeit meine Konkurrenten zu beobachten. Manche stellen sich aber auch zu doof an und schaffen es gar nicht bis ins Ziel zu laufen, andere bleiben mitten auf der Bahn sitzen und nehmen neue Gerüche auf. Wieder andere liefern sich auf der Rennstrecke einen Beißkampf. Die Streithähne werden sofort getrennt und disqualifiziert. Ein süßes Dackelpärchen hat sich spontan ineinander verliebt und praktizieren ungezwungen ihre' Liebe auf der Rennstrecke. Jetzt bin ich dran!
Frauchen gibt mir noch einmal Instruktionen, muss sie aber nicht, ich habe die Spielregeln begriffen.
Eine Wettkampfassistentin nimmt mich mit zur Startlinie und hält mich fest. Frauchen sitzt derweil 50 Meter weiter an der Ziellinie und wartet auf mein Eintreffen. Jetzt wird der Startschuß gegeben und die Zeit läuft.
Wie ein Geschoß spurte ich los und da bin ich auch schon über die Ziellinie gelaufen. Direkt in Frauchens ausgesteckte Arme. Die Zeit wird angehalten und mit meinen Konkurrenten verglichen. 8 Sekunden für 50 Meter. Das ist momentane Bestzeit. Wir warten noch einige Läufe ab, noch hat mich kein anderer Dackel geschlagen. Es ist aber schon ziemlich spät und wir müssen nach Hause fahren. Bisher sind etwa 30 Hunde gestartet und unter diesen bin ich als schnellster Dackel hervorgegangen. Mit stolzgeschwellter Brust marschieren wir zum letzten Mal über die Hundewiese, vorbei an all den hübschen wohlduftenden Dackelmädchen. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Frauchen erhält von dem kahlköpfigen, ehemals jungen wilden Begutachter eine Urkunde in ,der b~stätigt wird, dass ich der schnellste Dackel Hamburgs, jedenfalls zur Zeit, mit Gardemaß und Idealgewicht, bin. Frauchen ist so stolz wie ich und ihr könnt mir glauben, dass sie all unseren Freunden von meinem Erfolg berichten wird. Meinen HundefreUnden aus der Nachbarschaft habe ich diesen erlebnisreichen Tag selbstverständlich auch in epischer Breite erzählt.

Diese Geschichte ist eine von vielen wundervollen Ereignissen die ich mit meinem geliebten Frauchen erleben durfte. In meinem Tagebuch habe ich alle wichtigen Begebenheiten aus meinem Leben festgehalten und wenn wir an manchen langen Winterabenden gemütlich auf dem Sofa sitzen, liest mir Frauchen daraus vor.

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Bingos schönster Tag (von Manfred Bär)

Es war ein wunderschöner Frühsommertag, so wie man es sich wünscht. Strahlend blauer Himmel, leichter warmer Wind, etwa 25 0 warm und ringsum saftiges Grün. Unsere Wohnung in Fulda war gross und geräumig, aber leider ohne Garten. Bingo, unser schwarzer labradormischling, schaute mich erwartungsvoll an und hoffte vermutlich, dass ich seine Gedanken lesen könne. Bingo.stelle "tan sich gut mittelgross vor, schlank aber kräftig, mit fast schwarzem Fell aber einem hellen "Brusthemd"', Also frug ich ihn, ob wir zum Pfordter See fahren wollten, um zu baden, sonnen, schwimmen und grillen. Er antwortete mit einem sirenenartigen Jaulton, stürzte zur Wohnungstür und schleppte seine leine mit sich. Meine Frau musste nicht erst überredet werden, also wurde der Wagen gleich mit dem Nötigsten gepackt.

Das "Nötigste" bestand aus einem Grill mit Kohle, Liegestühlen, Decken, Handtücher, Badezeug und diversem Grillgut, nebst einer aufblasbaren Badeinsel. Dergestalt ausgerüstet fuhren wir also zum See, suchten uns ein sonniges Plätzchen und machten es uns gemütlich. Das heisst, meine Frau legte sich auf eine Liege, Bingo ging schon einmal ins Wasser, und ich durfte den Grill anmachen und die Insel eine Viertelstunde lang aufpumpen.

Als sich dann endlich nach einer Stunde appetitanregende Düfte vom Grill verbreiteten, verspürte meine Gattin auch schon einen ersten Hunger. Deshalb bat sie mich um ein fertig gegrilltes Nacken­steak, das ich ihr sofort mit der Grillzange überreichte. Sie wollte gerade herzhaft hineinbeissen, als ihr das Steak doch zu heiss in der Hand wurde. Darum reichte sie es mir schnell wieder zurück mit den Worten: "Halt doch mal bitte". Bingo stand schon mit speicheltriefender Schnauze auf gleicher Höhe daneben und fasste die Bemerkung als auf ihn gemünzt auf. Also zögerte er keine Sekunde, ge­fällig zu sein und hielt den Braten, aber nur, um sich sofort damit abzumachen, Dass es noch sehr heiss war, störte ihn anscheinend nicht. Lieber verbrannte er sich das Maul, bevor er eine solche Gelegenheit verstreichen liess.

Nachdem wir und trotz Bingo am Gegrillten gesättigt hatten, beschlossen wir, eine Seefahrt mit .. unserer "Insel" zu unternehmen. Wir packten also unsere Badeinsel und schleppten zu zweit das un­handliche Ungetüm zum See und liessen es dort zu Wasser. Dann stiegen wir ein, während Bingo am Ufer stand und uns zuschaute. Offensichtlich behagte ihm das Ganze nicht, denn als wir schon einige zwanzig Meter vom land entfernt waren, stürzte er sichmit einem Jaulton ebenfalls in den See und schwamm uns nach. Sobald er uns erreicht hatte, packte er mit seinen Zähnen ein herunter­hängendes Stück leine von der Inselumrandung. Sofort schwamm er in stilgerechter Seitenlage Richtung Ufer zurück und zog uns wieder an land. Dort sprang er aus dem Wasser, sichtlich stolz darauf, uns "gerettet" zu haben. .

Kurz darauf entdeckte Bingo ein neu angekommenes Pärchen, das ihre Strassenkleidung gerade gegen zünftige Badeanzügen wechseln wollte. Sogleich nutzte er die Chance, mit ihnen ein heissgeliebtes Spielchen zu machen, dem er auch zu Hause frönte. Es bestand darin, blitzschnell das Kleidungsstück zu stibitzen, das man gerade anziehen wollte. Dabei entfernte er sich aber nur wenige Meter, so dass man in der Hoffnung gewiegt wurde, es ihm rasch wieder abnehmen zu können. Das allerdings war eine trügerische Hoffnung. Auf seine Wendigkeit und Schnelligkeit vertrauend blieb er immer in der Nähe, liess sich aber nicht fangen. Je wütender man wurde, desto mehr wuchs seine Freude im gleichen Maße. Erst nach einem lautstarken,Befehl von mir, mit einem drohenden Unterton versetzt, liess er von dem Spielchen ab, für das ich mich auch noch entschuldigen musste.

Sodann machte Bingo die Bekanntschaft mit einem anderen schwarzen Hund namens Rex, der etwas kleiner war als er und ihn sogleich als Anführer akzeptierte. Als Folge davon lernten wir auch die Besitzer von Bingos neuem Freund kennen, und konnten ihnen bei einem Problem helfen. Die beiden hatten ebenfalls vor zu Grillen, konnten aber den dazu notwendigen Rost nicht finden. Also baten sie darum, unseren Grill mitbenutzen zu dürfen, was wir selbstverständlich gestatteten. Deren Grillgut be­stand hauptsächlich aus zehn Bratwürsten, die alle aneinander hingen, was sich noch als sehr verhängnisvoll herausstellen sollte.

Diese Bratwürste wurden liebevoll auf dem Grill plaziert, und alsbald verbreiteten sie den wohlbe­kannten und appetitanregenden Duft, der natürlich auch die beiden Hunde anlockte. Wir dachten dabei an nichts Böses, da die Gluthitze der Kohle freche Diebe abschrecken sollte. In einem unbewachten Augenblick, darin war Bingo ganz groß, bemerkten wir, wie er sich auf die Hinterläufe stellte und gaaanz vorsichtig mit den Zähnen eine Bratwurst ergriff; trotz der Hitze! Nun zog er die begehrte Wurst vom Rost und rannte schnell damit fort, bevor ihm jemand die Beute wieder abnehmen konnte. Die Würste hingen aber alle zusammen, so daß Bingo eine ganze Wurstkette hinter sich herzog, gefolgt von seinem neuen Freund. Es sah aus wie eine Szene, gezeichnet von WiI­ helm Busch. '. . '-~

In geziemender Entfernung ließen sich die beiden dann nieder, um sich an dem Diebesgut gütlich zu tun. Wir aber hatten erhebliche Mühe, nicht laut loszulachen. Das fiel uns deshalb leichter, weil wir ja schon gesättigt waren, und uns die Würste auch nicht gehörten. Unsere neuen Bekannten sahen das allerdings anders, und unsere Beziehung kühlte sich schlagartig ab. Es gelang uns aber trotzdem, sie mit deren und unseren Grillgutresten satt zu kriegen, und so die Harmonie wieder einigermaßen her­zustellen.

Als Bingo, total überfressen, dann auch noch eine Hündin fand, bei der er seine unsittlichen Angebote sofort in die Tat umsetzen konnte, war er der glücklichste Hund auf Erden. Die Erlebnisse dieses Tages hatten ihn jedoch so angestrengt, dass er auf der Heimfahrt schon einschlief. Zu Hause angekommen soff er nur noch seinen Wassernapf leer und begab sich gleich zur Ruhe. Schon nach kurzer Zeit hörte man ihn schnarchen, nur unterbrochen durch leises Bellen. Anscheinend träumte er und erlebte seine Schandtaten im Traum noch einmal. Auch so kann man sich gehabte Genüsse ver­längern und nochmals auskosten.

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Bernd und Daja (von Niklas Böhm)

Der alte Mann lebte in einer kleinen rußigen Stube, die er in den langen eisigen Wintern in den Bergen mit einem Kachelofen aufwärmte. Das ganze Jahr über sammelte er deshalb Brennholz, denn mit seinem 83 Jahren fiel ihm diese Arbeit mittlerweile sehr schwer. Er lebte allein, weitab von den nächsten Höfen und auch weitab von dem kleinen Ort im Pitztal., der St. leonhard hieß. Der verwunschene Ort an dem der alte Mann lebte hieß Neurur. Der alte Mann konnte sich nur allzu gut an die herrlichen Tage von früher erinnern, an denen es hier lustig zugegangen war. Nun war alles seit Jahrzehnten still und leer. das riesige Haus im Wald verfallen und verschlossen. Es gab kein Telefon und kein elektrisches licht. Kerzen und Wein kaufte er sich von dem Geld, dass ihm dann und wann vorbeikommende Wanderer zusteckten. denn der alte freundliche Mann hielt für jeden stets ein Gläschen Wein bereit.

Auch die weit entfernten Höfe gaben ihm dann und wann ein Stück Südtiroler Schinkenspeck, eine gute liebe Frau aus dem Dorf St. Leonard kam dann und wann vorbei und brachte ihm Brot und reinigte seine kleine Stube. Doch Bernd wie er wirklich hieß, war nicht allein. Er hatte seine 'Daja. Daja war eine fünfzehn Jahre alte, weiß-braun-schwarz gefleckte, kugelrunde Mischlingshündin mit riesigen Ohren und Ringelschwanz. Für sich erbat Bernd nichts, kamen aber Leute aus dem Dorf vorbei. bat er um Brot und Futter für Daja. So ausgemergelt und dünn Bernd war. so dick war seine Gefährtin, ja zweifellos war es unmöglich einen weiteren so dicken Hund im Pitztal anzutreffen. Oftmals hungerte der alte Mann, Daja aber bekam immer irgendetwas zu essen. Viele St. Leonharder, einschließlich der Bürgermeister hatten sich schon darum bemüht, Bernd in das hiesige Altenheim in St. Leonhard einzuquartieren. Dies war jedoch unmöglich, denn dort durfte Daja nicht sein. Und Bernd hatte seit seiner Jugend in Neurur gelebt. an einem anderen Ort mochte er auch gar nicht sein, schon gar nicht ohne Daja. Das war ganz ausgeschlossen! Seit Jahren hielt man ihm so schon ein Zimmer in der Altenresidenz bereit, doch Daja erfreute sich bester Gesundheit und so musste die Umsiedelung von Bernd noch warten. '
In den eisigen Wintem war er oft wochenlang durch hüfttiefen Schnee von allem abgeschnitten. Zusammen kaute er dann lange mit Daja am Speck, trank seinen Wein - den er ja wohlwissend schon im Herbst in Mengen eingekauft hatte. Sie teilten sich das eine Bett und wärmten sich gegenseitig unter den alten zerschlissenen Decken. Kamen Wanderer vorbei, erzählte er mit glänzenden Augen von früher und vergaß dabei jedoch nicht, Daja immer wieder zu streicheln. Herr und Hündin himmelten sich voller Liebe an, dass es einem ganz warm ums Herz wurde. Wie der alte Mann so viele Jahre all eine leben konnte? Nun, er war glücklich. Er hatte alles - aber besaß nichts, nur seine Erinnerungen - und natürlich seine Daja. Er strahlte tiefes sorgenfreies Glück aus und man musste ihn einfach sofort ins Herz schließen. Für viele Menschen sollte Bern unvergesslich bleiben. .

Eines Tages kam die Frau aus dem Dorf vorbei und fand Bernd nicht in seiner Stube vor. Auch saß er weder mit Daja auf dem Holzstoß in der Sonne noch stapelte er Brennholz. Beunruhigt rief die Frau nach ihm, stellte den ,gefüllten Lebensmittelkorb ab und begann den alten Mann zu suchen. Hinter dem Haus am Waldrand fand sie ihn. Er hockte über einem frischen Haufen Erde und weinte, er der niemals geweint hatte. "Meine Daja, meine Daja!", schluchzte er immer wieder auf und die Frau stand wie betreten da. Dann redet Bernd nicht mehr.

Die Frau versuchte ihn zu trösten. "Sie war doch schon sehr alt", sagte sie, doch er hörte ihr gar nicht zu. Schweren Herzens ließ sie ihn später allein um am nächsten Morgen in BegIei~ung des Bürgermeister wiederzukommen, um Bernd nun endlich in das Altenheim ins Dorf zu holen.

Zurechtgelegt waren die Worte: nun, bald kommt ein neuer Winter und das ist hier doch kein leben für dich, Bernd ... Doch sie sollten nie ausgesprochen werden. ~
Der Bürgermeister und die Frau fanden Bernd in seinem Bett liegend. Sein freundliches hageres Gesicht wirkte entspannt und sah zufrieden aus. Sein Blick war zu Decke gerichtet, mit Tränen in den Augen verschloss sie ihm die seinen. Bernd und Daja sollten niemals getrennt werden.

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